Dies ist ein starkes Thema, ist es doch immer noch so tief in uns verankert, unsere wahre Natur zu verleugnen.
Es gibt viele Gründe dies zu tun.
Manchmal ist es Unwissenheit, oftmals Erziehung oder bewusste Entscheidung.
Entscheidungen aus freien oder auch unfreien Stücken.
Man (Frau) sollte doch meinen, wir leben in einer freien Gesellschaft und doch erlebe ich immer wieder unter welchen Zwängen Frauen leben und die dadurch ihre wahre Natur verleugnen müssen.
Am Arbeitsplatz, in der Mutterrolle, als Ehefrau , Geliebte, als Tochter, Freundin usw.
Wir spielen oftmals eine Rolle, zeigen eine Fassade, aber unser wirkliches „Gesicht“ verbergen wir.
Nur bleibt dies oftmals nicht ohne Folgen. Wir wissen dadurch nicht, wer und wie wir wirklich und wahrhaftig sind.
Ein kleines, eher witziges Beispiel von mir selbst :
Als junge Frau dachte ich, ich müsste beim Anblick einer Maus auf einen Stuhl steigen und einen schrillen Laut ausstoßen. Aber diesen Impuls hatte ich nicht. Ich fand sie so süß, fing sie ein und brachte sie raus ins Freie. War das eine unweibliche Tat?
Da war einerseits die gesellschaftliche Rolle und anderseits meine wahre Natur. Ich entschied mich für meine wahre Natur.
Diese Geschichte ist ja eher eine harmlose Variante, zeigt sie aber die Programmierung der Frauen in einer bestimmten Rolle.
Leben wir Frauen in Rollen wie z.B. :
– Immer lieb und nett, ganz gleich wie wir uns fühlen.
– Im anstandshalben Zusammennehmen.
– In übertriebener Anpassung.
– Im Verleugnen von Bedürfnissen und Unlust.
– In allgegenwertiger Verfügbarkeit.
– Immer hübsch, gepflegt, attraktiv, ja perfekt zu sein.

Aus Angst vor Ablehnung, Abwertung, Ausgrenzung, sozialem Abstieg, Verlassenwerden usw. fügen wir uns oftmals diesen Rollen.
Aber zu welchem Preis?
Oftmals ist es ein sehr trauriger Preis. Verlassen wir uns doch damit selbst!
Wir lassen uns selbst im Stich. Unterdrücken unsere wahre Natur, unsere Lebendigkeit, Einmaligkeit und unsere Freiheit, was oft einhergeht mit körperlichen und/oder seelischen Beschwerden.
Der Ausweg wäre :
– Nicht mehr die gute Miene zum bösen Spiel machen.
– Was sich gehört und was nicht entscheide ich selbst.
– Wer was dazu sagt, interessiert mich nicht.
– Ich vergleiche mich nicht mit anderen Frauen, denn jede Frau ist einzigartig und wunderschön auf ihre ganz eigene Art.
– Ich werte mich nicht ab.
– Und ich übe rechtzeitig ein „Nein“ zur rechten Zeit sagen zu können.

Ich weiss von vielen Frauen, die zu viele Jahre damit verbracht haben, den Traum von einer heilen Beziehung oder Familie nicht gefährden zu wollen und meinten „zurückstecken“ zu müssen oder schlimmer noch, ihren Körper und somit auch ihre Seele „verkauften“. Sie trauten sich kein Nein in der Beziehung und kein Nein im sexuellen Bereich.
Aber eine solche Handlungsweise bleibt nicht ohne Folgen. Die vielen Krankheitsgeschichten von Frauen zeigen dies.
Also haben wir Frauen doch endlich den Mut, ehrlich zu uns zu stehen, unsere Würde zu wahren und das nicht zahme weibliche Wesen in uns zuzulassen. Denn gerade das macht uns zu leidenschaftlichen und schönen Frauen.
Wenn jetzt die Worte kommen :
„Ja, ja- ich stecke aber in einer abhängigen Situation, habe Kinder, einen Hund, eine pflegebedürftige Mutter, ein Haus, ein Garten, eine ehrenamtliche Tätigkeit und einen Mini-Job. Dazu einen Ehemann, der für uns sorgt und für dessen Wohl ich zu sorgen habe.
Oder:
„Ich lebe vom Amt, habe 2 Kinder, der Vater zahlt und kümmert sich nicht. Alles muß ich allein machen und dann noch der finanzielle Druck.“
Usw. usw. – ich kenne diese „Schicksale“ und bin oft empört und traurig darüber.
Trotzdem gibt es keinen Grund seine WÜRDE aufzugeben, klare Grenzen zu setzen, sich kleine eigene Freiräume zu schaffen um über sich nachzudenken, sich zu spüren, sich nicht zu verlieren.
Sich Fragen zu stellen wie :
– Wie fühle ich mich in meiner jetzigen Situation ?
– Will ich etwas ändern? – Was kann ich ändern?
– Welche Bedürfnisse habe ich? Was brauche ich?
– Welche Lebensziele möchte ich noch erreichen?

Es ist eine innere Entscheidung für sich zu sorgen und sich weiter zu entwickeln.
Es sich wert zu sein!
Sich Hilfe und Unterstützung suchen, offen über die eigenen Probleme sprechen, auch schwach sein zu dürfen und nicht perfekt sein zu müssen.