Energieräuber, oder auch Energievampire kennen wir alle.
Fühlen wir uns nach einem Gespräch erschöpft, sind wir einen begegnet.
Kommen wir von der Arbeit nach Haus und sind immer wieder nur erschöpft, haben wir ihn auch hier.
Oder in einer Beziehung- anfänglich fühlten wir uns leicht, beschwingt, voller Ideen, Lust etwas zu tun, waren kreativ und leidenschaftlich bei der Sache / Liebe.
Aber nach einiger Zeit? Im besten Falle ist noch vieles davon übrig, aber wenn nicht?
Wenn Lustlosigkeit, Widerwillen, Freudlosigkeit, Langeweile und Antriebslosigkeit die Beziehung bestimmen und dieses sich auch auf andere Bereiche im Leben auswirkt, wenn wir uns runtergezogen fühlen, die Dinge sinnlos erscheinen und wir immer mehr Energie aufbringen müssen den Alltag zu regeln, dann ist der Energieräuber am Werk.
Hilfreich wäre es sich zu fragen:
„Wer oder was kostet so viel von meiner Energie, dass es mich so erschöpft?“
Ist die Quelle erkannt, gilt es sie abzustellen oder die Negativspirale geht immer weiter nach unten.
Aus reinem Selbstschutz sollte hier gehandelt werden.
Wertvolle Lebensenergie geht dabei verloren, wenn hier nicht Grenzen gesetzt werden.
Manchmal reichen kleine Veränderungen, aber oftmals ist es besser auch grosse Veränderungen vorzunehmen um Schlimmeres zu verhindern.
Es muss nicht erst in körperlichen oder psychischen Problemen enden.

Vielleicht ist es eine Freundin, die permanent Aufmerksamkeit einfordert, die täglich anruft und ihre Probleme kundtut, ohne jemals etwas zu verändern. Der wir zuhören, Mitgefühl haben und einen Rat geben, sie aufmuntern wollen, nur – und da geht es los- nach jedem Gespräch fühlen wir uns ausgelaugt, sind erst einmal erschöpft und könnten jetzt kaum noch freudvoll unseren Kaffee trinken und Musik hören. Es hängt uns nach, als hätten wir die negative Stimmung übernommen und dies braucht einige Zeit, bis wir es verarbeitet haben.
Was ist zu tun? Wir mögen unsere Freundin, sehen ihr Leid und wollen jetzt nicht auch noch unsere Freundschaft beenden und ihr damit zusätzliches Leid schaffen.
Aber haben wir nicht ein Recht, uns zu schützen? Auch könnten wir ihr nicht helfen, wenn wir selbst Hilfe bräuchten, weil wir so erschöpft sind.

Aus der modernen Hirnforschung weiß man heute, dass sich durch Menschen, die einen negativen Einfluss auf die eigene Stimmung haben, sich der innere Stresspegel durch die Produktion vom Stresshormon Cortisol erhöht und das Glückshormon Serotonin nachweislich heruntergeht.
Wo also sind meine Grenzen und die Grenzen meiner Belastbarkeit?
Auch wenn uns unser schlechtes Gewissen plagt, sollten wir das NEIN-Sagen üben.
Z.B. : “ Sei mir nicht böse, aber ich höre mir das nicht länger an. Du ziehst mich jedes mal damit runter. Entweder du änderst jetzt etwas oder das Thema schliessen wir aus. Solltest du einen konstruktiven Vorschlag haben dieses Thema zu verändern, bin ich gern bereit dir zur Seite zu stehen.“
Bestenfalls bemerkt die Freundin, dass das reproduzieren von Problemen und Leid, kein
Ausweg ist und nur unendliches Leid schafft.

Dieses Beispiel lässt sich beliebig auf andere Bereiche im Leben anwenden.
– Wo lasse ich es zu, dass man mich ausnutzt?
– Wo gebe ich mehr, als ich zurückbekomme?
Interessant wäre es auch sich zu fragen:
– Warum lasse ich das zu?
– Traue ich mich nicht Grenzen zu setzen, NEIN zu sagen?
– Warum nicht?
-Was steckt dahinter?
Ist es die Angst vor Ablehnung, vor Ausgeschlossen werden, vor Liebesentzug oder
sind es wirtschaftliche Ängste?
Da hinzuschauen und sich diesen Ängsten zu stellen ist der Weg.

Oftmals sind es ganz alte Ängste aus frühkindlicher Zeit, sog. Urängste, in der wir für die Ängste noch keine Worte hatten. Es war nur das Gefühl von Angst da und wurde auch nur so abgespeichert.
Z. B. die Angst vor Ablehnung und Ausgrenzung kann ganz früh bei uns eine Wunde hinterlassen haben und unbewusst wollen wir sie nicht mehr spüren. Wir vermeiden jede Situation in der wir „wittern“, dass sie die alte Wunde wieder aufreißen könnte.
Also verhalten wir uns z. B. freundlich obwohl wir wütend sind, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Nicht als braves Mädchen oder Junge dazustehen und eine Ausgrenzung oder
Liebesentzug zu riskieren, was vielleicht gar nicht stattfinden würde wenn wir unsere wahre Meinung äußern . Aber unser inneres Gefühl ist da, eben ein altes aus Kindheitstagen und bestimmt unsere Reaktion.
Wissen wir von diesem Vorgang in uns, können wir anders handeln.
Eine realistische Auseinandersetzung mit dem Thema kann uns aufzeigen, dass unser Gefühl mit der jetzigen Situation nicht übereinstimmt.
Wir werden nicht gleich verstoßen oder nicht mehr geliebt, wenn wir einem Menschen sagen : „Nein, ich bin nicht mehr bereit, dies oder jenes für dich zu tun.“
Sollte es aber doch geschehen, sind wir kein Kind mehr, was noch abhängig von den Eltern ist, sondern wir sind erwachsen , haben einen Verstand und können handeln. Können das Geschehene realistisch analysieren und unsere jetzigen Gefühle dazu erforschen.
Wir können es lernen, Gespräche zu führen und Konfliktfähig zu werden.
Zeigen wir „Profil“, werden Energieräuber mit uns kein leichtes Spiel mehr haben.

– Wie wir anderen erlauben uns zu behandeln ist unsere Entscheidung.-