»Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch. Dort begegnen wir uns.«
– RUMI –

Warum stehen wir uns so oft selbst im Weg und können kein Verzeihen und keinen Versuch des Verstehen- wollen zulassen?
Warum können wir anderen Menschen oftmals nicht unsere wohlwollende Hand reichen?
Warum vergeuden wir so viel kostbare Lebenszeit mit Gefühlen von Ärger, Hass, Groll, Neid, Verbitterung, Eifersucht usw.
Hegen und pflegen Gedanken von Vorurteilen, Unterstellungen, Schuldzuweisungen, Anklagen, Vorwürfen und Beurteilungen.
Ich möchte erwähnen, dass ich echte Straftaten hier nicht meine.
Warum handeln wir so?

Es sind unsere eigenen Bedürfnisse und Erwartungen, die der andere nicht erfüllt hat.
Da fühlen wir uns mißverstanden, nicht so gesehen, wie wir uns selbst wahrnehmen, uns zurückgesetzt, enttäuscht, ausgegrenzt, nicht respektiert, nicht geliebt usw.
Können wir anderen Menschen vermitteln, was wir von ihnen erwarten und darum bitten ?Oder reagieren wir ärgerlich und entfachen einen Streit mit bösen Worten? Vielleicht ziehen wir uns wortlos und enttäuscht zurück und stecken jetzt in der Klemme?
Die Tür ist sozusagen zu . Die Fronten verhärten sich mit jeder Zeit, die vergeht.
Innerlich rechtfertigen wir uns für unser Verhalten , der andere wird immer schlimmer und schrecklicher dargestellt und wird abgewertet, damit wir diese Situation überhaupt aushalten können. Dabei schreit unser Innerstes nach Aufklärung.
Die eigentlichen Gefühle die dahinterstehen, werden verdrängt.

Warum fällt es uns bloß so schwer über sie zu sprechen. Es wird am Tag so viel geredet, aber das, was uns zutiefst bewegt kommt nicht über unsere Lippen.
Ein : „Es tut mir leid, aber deine Worte (oder Taten) haben mich verletzt! Können wir einmal darüber reden, warum und wieso . Auch deine Meinung , deine Empfindungen und was du von mir erwartet hattest, würde ich gern erfahren. Lass uns ohne Vorwürfe die Geschichte aufklären.
Oder: “ Entschuldige wenn ich dich enttäuscht habe. Was habe ich gesagt oder getan, dass du dieses Gefühl hattest?“
Durch die Darstellung der Situation, so neutral wie möglich, wie die Gefühle und Erwartungen beiderseits dabei waren, kommen wir der Problemlösung immer näher.
Z.B.: „Laß uns bitte noch einmal über den Abend reden. Ich fühlte mich so wenig von dir beachtet und Eifersucht stieg bei mir auf und die Angst dich zu verlieren, weil du dich so lange und intensiv mit dieser Frau unterhalten hattest. Ja, dann kam meine Kurzschlusshandlung und ich bin ohne ein Wort zu sagen gegangen. Heute ärgert mich das, denn es wäre besser gewesen gleich mit dir darüber zu reden, aber laß es uns bitte jetzt tun.“

Ich glaube, so schwer ist das doch nicht und es lohnt sich, den Stolz aufzugeben (über seinen Schatten zu springen, wie so schön gesagt wird) und ein Gespräch zu führen. Oftmals erscheint uns der andere dann in einem anderen Licht und es kann vielleicht eine bisher noch nicht gekannte Nähe entstehen.
Wenn ich mich auf dieser Ebene unterhalte und mit dem Wissen, dass jeder seine eigene Sichtweise hat, schwingt immer etwas Warmes, Verbindendes und Wohlwollendes mit.
Es sind bereichernde Gespräche, die mich zufrieden machen und letztendlich das Leben schöner.

Weder die Gene, der IQ, noch die Erziehung oder die Vorstellung von der eigenen Persönlichkeit sind Gründe, nicht auf diese veränderte Art und Weise zu denken und zu handeln.
Jeder hat die Möglichkeit sich diese Fähigkeit anzueignen.
Sind wir doch alle in der Schule des Lebens und können immer weiter in höhere Klassen aufsteigen oder sitzen bleiben.
Es ist unsere Entscheidung.