Geht euch das auch so, ihr steht im Supermarkt an der Kasse in der Schlange (dicke Klamotten an- schwitzen-keine Lust- Zeit läuft- Hund muss eigentlich raus, Tante Erna kommt gleich- so, oder so ähnlich) und dann kommt bei dem „Vierten“ vor dir die Frage:
„Haben sie Payback?“
Ja, Nein, vergessen, was ist das denn, kann ich ich die überall benutzen……….
Die Nächste (die Dritte) ist eine ältere Dame, ihr wisst schon, eine von der Abteilung zwei Scheiben Mortadella, eine Scheibe Corned Beef und extra dünn geschnitten.
„Wollen sie den Bon?“ „Nein,-ach doch.“ Die Kassiererin fischt den Bon wieder aus dem Papierkorb heraus und quält sich ein freundliches : „Dann schönen Tag noch!“ ab.
Jetzt kommt sie noch einmal zurück : „Haben sie vielleicht noch diese Rubbellose?“
„Nein, leider nicht mehr, vielleicht nächste Woche wieder.“ „Ja, dann frag ich nächste Woche nochmal nach.“ So, nun aber ab zum Vaddi, dann könnt ihr gemeinsam den Bon kontrollieren.

Mein Eis fängt bereits an anzutauen und ich denke immer an die Wahnung auf der Packung: Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren! 500 g Eis heute als Abendessen?
Ich lüfte meine Daunenjacke, nehm Schal und Mütze ab und muss mir dabei anhören:
„Nehmen sie doch die Micky Maus Bilder mit, es sind die letzten, vielleicht für ihre Enkel.“ Muss denn die Kassiererin ihr das nun noch hinterherrufen! ? Sie hat es Gott sei Dank nicht mehr mitbekommen.

Ich übe mich in Ruhe und Gelassenheit – OM-, aber der Ärger lässt sich nicht wegatmen.
Nummer 2- „Sie haben ihre Karte falsch eingegeben“, (dann ganz leise: „Sie scheint gesperrt zu sein.“) „Ach, dann zahle ich bar.“ Sie wühlt etwas nervös in ihrem Portemonnaie herum und fragt, ob die Kassiererin Kleingeld bräuchte. „Ja gern!“
Aber klar, ich hol auch gleich meine Tonne mit dem gesammelten Kleingeld!
Ohrrr- ich halt’s nicht mehr aus. Jetzt platzt mir der Kragen. Ich kreische eher: „Kann das jetzt bald mal weitergehen!“ Alle schauen mich an. Völliger Kontrollverlust.

Ein Mann von der „Nebenschlange“ (ich hätte mich besser dort anstellen sollen , laut Murphy’s Gesetz), ruft rüber: „Wissen se, ich wollte auch erst keine Paybackkarte, aber man kann Punkte sammeln………ahhh- nein!
Ich will diese Manipulationen nicht!, schreie ich innerlich. Bestimmt brauch ich heute Nacht wieder meine Knirscherschiene um die angestauten Aggressionen abzubauen.

Kommt ein junges Mädel, was mich zwischen ihrem Gespräch am Handy fragt: „Darf ich vor, ich habe nur ein Teil?“ „Na klar“, ich will nicht schon wieder patzig werden.
Na gut, einer noch- endlich!
Bubi mit Ananasfrisur legt zwei Flaschen Cola und eine Flasche Wodka auf’s Band. „Und ne Marlboro!“ „Haben SIE ihren Ausweis dabei?“ „Wieso?“ „Um zu kontrollieren ob SIE schon 18 sind.“ „He, warum das denn?“ „Ist gesetzlich so und wenn sie unter 18 sind, dann darf ich ihnen kein Alkohol und keine Zigaretten geben.“  „Dann nich (maulig).“
Chillen mit Digger im Eimer!
Er sieht aus, als hätte Mutti letzte Woche gerade noch Milupa Folgemilch für ihn auf das Band gelegt.

Opa hinter mir gibt auch noch seinen Senf dazu: „Früher………
Ja genau, ihr habt damals euren Alten die Kippen geklaut und heimlich die Schwarze Mädchentraube im Fahrradschuppen getrunken, in dem dein Opa immer saß und sich sein Schnäpschen genehmigt hat und um Ruhe vor seinem zeternden Weib zu haben.
Ach, ich werde ungerecht.
Aber , habe ich doch gerade eine Erinnerung : Ein Onkel von mir, nein, kein richtiger Onkel. Wir Kinder mussten damals zu sämtlichen Bekannten Onkel und Tante sagen. Jedenfalls, einer dieser Onkel besaß eine Flasche , in der hatte er immer einen „Aufgesetzten“ (für die Jüngeren- Schnaps mit Früchte). Diese Flasche hatte im Boden eine Spieluhr und bei jedem Eingießen ertönte die Melodie „Komm Brüderchen trink“. Wenn das keine Aufforderung war: Komm, einen noch, auf einem Bein kann man nicht steh’n!

E n d l i c h – ich bin dran!
13:00 Uhr Kassenwechsel!
Ruhe Petra, zieh noch die Strickjacke aus!
Ich lasse alle Fragen über mich ergehen, zahle, packe alles in meine Jutebeutel (auf einem steht geschrieben : Kauf dich glücklich!), zieh all meine Sachen wieder an. (Grummel- „Man ist das warm hier!“)

Ach, Brot! Hab ich fast vergessen. Ich schleppe, schon wieder schwitzend, die schweren Beutel zum Bäcker rüber, stell mich brav in die Schlange. „Brot geschnitten oder im Stück?“ „Haben sie es nicht kleiner, wir haben heute nur Scheine bekommen.“ „Ja hab ich .“
Zählen, zählen- reicht nicht, doch grosser Schein! (Geduld Petra, gleich vorbei!)
Ich bin dran, dann die Frage:
„Haben sie eine Brotkarte?“
“ N E I N ! ! ! “
Bis zum nächsten Mal…………..