Unsere heutige Gesellschaft hat ein ganz schlimmes Virus in die Welt gesetzt:
Der menschliche Wert wird gemessen an attraktiv, schlank, jugendlich und sportlich.
Geistige Fähigkeiten werden nur am Rande erwähnt, und auch nur dann, wenn sie dazu dienen, einen bestimmten Status zu erreichen, ebenso die Fähigkeiten von Mitgefühl, Toleranz und Miteinander.
Da wird die Kosmetik- und Fitnessindustrie, die Medizin, die Autoindustrie usw. reich gemacht, um diese „Volkskrankheit“ am Laufen zu halten.

Eine Abnahme von Jugend, weniger Belastbarkeit und Schönheit im Sinne der Hochglanzmagazine, scheint in den Köpfen vieler Menschen auch eine Abnahme an menschlichen Wert zu beinhalten. Eine Lebensberechtigung wird dem alternden Menschen schon fast abgesprochen. Werden alte Menschen doch fast unsichtbar.
Nur was macht eine solch oberflächliche Denk- und Lebensweise mit den Menschen?
Aus : Immer gut aussehen und immer körperlich leistungsfähig mit einer Top Figur, wird das Lebensgefühl gespeist. Fällt dies weg oder lässt es sich nicht erreichen, was dann?

In jungen Jahren experimentieren wir noch mit unserem Äusseren. Es werden die Haare gefärbt, in alle Himmelsrichtungen gestylt; das Gesicht, der Körper mit Schmuck verziert, später das ein oder andere Tattoo, Lippen werden aufgespritzt , Kleidung mal so, mal so.
Diäten und Sportstudio sind gang und gäbe.
Ich selbst habe in meiner Jugend auch mit meinem Äusseren experimentiert.
Das ist auch völlig in Ordnung- eine Zeit lang.
Wir sind eben auf der Suche nach unserer Identität und dabei müssen wir uns abgrenzen und abheben von den gängigen Gesellschaftsformen- und Normen.

Aber ab einem bestimmten Alter, wenn es nicht mehr um’s experimentieren und um das Erreichen einer eigenen Persönlichkeit geht, sondern Körperveränderungen zur Sucht oder Kompensation werden, wird es problematisch.
Wenn das Aussehen bestimmten Vorbildern angepasst wird oder aus Unsicherheit, Ängsten und Gefallen wollen, ständig das Aussehen verändert wird, zeigt dies an, dass der Mensch innerlich nicht im Einklang und Übereinstimmung mit sich lebt.
Es wird eine Fassade gezeigt und durch äußere Einflüsse ständig verändert, was mit dem wahrhaftigen Menschen selbst nichts zu tun hat.
Oftmals kommen noch „Statussymbole“ hinzu, wie Auto, Kleidung von namenhaften Herstellern, Schmuck, Taschen usw., und je teurer desto besser.
Genau d a s  will es wohl auch sagen: „Besser“!
Aber besser als was, als wer?
Was fehlt im Inneren, wenn diese Symbole gebraucht werden?

Was fehlt, wenn Nasen, Wangenknochen, Haut, Brüste, Po usw. verändert werden?
Wenn dafür sogar die Gesundheit auf’s Spiel gesetzt wird, z.B. die Risiken bei Schönheitsoperationen oder wenn die Haut durch ständige Sonnenbankbesuche geschädigt wird und eine nachweisliche frühzeitige Hautalterung eintritt.
Oder es soll eine unnatürliche Schlankheit erreicht werden und es wird einem unerreichbaren hohen Vorbild von Schönheit nachgeeifert , liegen die Gefahren einer Eßstörung nicht weit.
Wird der Mensch durch all die Veränderungen ein anderer Mensch?
Sicher nicht, nur ärmer, weil er sein Geld der Schönheits-, Bekleidungs,- und Autoindustrie zuführt, oder er wird im schlimmsten Fall krank.

Ich glaube, es entstehen große Probleme in uns, wenn der äußere Schein nicht mit unserer Innenwelt zusammenpassen.
Es müssen sich unwillkürlich Frust, Neid, Scham, Enttäuschung, depressive Stimmungen u.ä. einstellen, und diese Gefühle verzerren und verhindern die Selbsterkenntnis.
Ebenfalls verhindert das nach außen gezeigte, künstliche Bild ehrliche Beziehungen aufzubauen, was wiederum zu Einsamkeitsgefühlen, Unglücklichsein und Frustration führen kann.
Im schlimmsten Falle wird dieser Mensch ein wichtiger Konsument der Pharmaindustrie, der Alkoholindustrie, der Drogenhändler, der Banken, Bordellbesitzer, Spielstättenbetreiber u.ä.
Es lässt sich manipulieren und ausbeuten.

Ein in sich gefestigter Mensch, der genau weiß was er will und was nicht, der eine eigene Persönlichkeit entwickelt hat und eine positive Einstellung zu seinem Körper pflegt, wird kein „Opfer“ von den Konzernen u.ä.
Um nicht in eine solche Lebensgeschichte zu geraten oder auszusteigen, ist der einzige Weg, Frieden mit dem Körper zu schließen und Vertrauen in sich zu entwickeln, was oftmals Hilfe von außen bedarf.

Eine bejahende Haltung zu sich einnehmen und ein positives Lebensgefühl jenseits der Äußerlichkeiten und dem Materiellen zu entwickeln, tragfähige Beziehungen aufzubauen und sich und anderen nichts mehr vorzumachen, wäre wohl ein guter Weg.
Was können Eltern tun?

Verlieren wir keine Zeit und unterstützen unsere Kinder in ihrem Aufbau eines Selbstwertgefühl und eines starken Selbstbewusstsein.
Bauen wir mit ihnen Schneemänner, hören ihnen wirklich zu ohne erhobenen Zeigefinger, zeigen ihnen die Welt jenseits der Schreckenspresse, der Schönheitswahlen und Konsumverlockungen, bauen gemeinsam Luftschlösser, sie sie eines Tages herunterholen und verwirklichen können.
Lassen wir sie tanzen, singen und albern sein, in der Hoffnung, dass sie ihrer kindliche Ehrlichkeit erhalten und eines Tages in eine reife Form bringen können.
Sie sind es, die die Welt verbessern können und in der jeder Mensch d e r  Mensch sein darf, der er wirklich ist.
Die das Thema Luxus neu definieren können in Richtung Frieden, Freunde und eine Freude durch inneren, statt äußeren Reichtum.