Hass ist das schädlichste Gefühl im Menschen.
Es hat immer mit Leid zu tun und entsteht meist aufgrund einer tiefen seelischen Verletzung und aus Nicht verzeihen können.
Hass ist ein kaltes und berechnendes Gefühl und will zerstören, denn jemand anderes ist für den eigenen Schmerz verantwortlich.

Sitzen wir mit Hass im Herzen nicht in einem Käfig, aus dem wir nicht entkommen können?
Es ist ein einsamer Käfig, in dem der Hassende sitzt.
Hass vertreibt Glück, Leichtigkeit, Vertrauen, Miteinander, Toleranz und Liebe.
Es macht das Herz eng und diese Enge macht krank.
Diese aggressive Energie schadet dem Körper; es raubt die Kräfte und wirkt zerstörerisch.
Schlimmsten Fall verengt sich das Herz und verhärtet dadurch.
Und ein hartes Herz kann brechen.

Wissenschaftler haben entdeckt, das Liebe und Hass in unseren Hirnarealen nah beieinanderliegen.
Zerbricht eine Liebe, wird oft aus Liebe Hass. Das kann ein vorerst guter Weg sein um eine schmerzhafte Trennung zu überstehen. Wenn aber die Hassgefühle den Menschen so erfüllen, dass für andere Gedanken kaum noch Platz ist, wenn nach einer ungerecht empfundenen Verletzung keine Klärung erfolgt, wird aus dem Hass ein ewiger Schmerz.

Hass entsteht, wenn Gefühle wie Liebe, Anerkennung, Stolz und Würde verletzt werden, aus Vorurteilen, empfundene Ungerechtigkeiten, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Zurückweisung, Neid und Mißgunst.

*** Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein-*** Mahatma Gandhi

Wege aus dem Hass

Es geht kein Weg daran vorbei:
Der eigene Schmerz muß angeschaut und verarbeitet werden.
Mache ich andere für meinen Schmerz verantwortlich, bin ich immer Opfer.
Wenn es möglich ist, sollte mit dem betreffenden Menschen Kommunikation stattfinden.
Sich seine Sicht der Dinge anhören und uns dafür öffnen, was wir vielleicht nicht sehen wollten. Dann kann sich der Hass in Verstehen verändern.

Wir können unser Selbstwertgefühl erforschen und frühe traumatische Erfahrungen betrachten und oftmals dann feststellen, dass sie die eigentlichen Auslöser für unseren Hass sind und jetzige Hassgefühle darauf basieren.
Frühkindliche und kindliche Erfahrungen, wie z. B. der schlagende Vater, der das Kind missachtete und keine Liebe zeigen konnte, wird heute immer noch gehasst und jede ähnlich handelnde Person wird ebenfalls gehasst.
Die eigentliche „Wurzel des Übels“ wurde nie bearbeitet und die ebenfalls gehassten Menschen bekamen auch keine Chance der Aufklärung.
Wird hier nicht der wahre Grund gefunden, warum dieser Vorgang geschieht, hasst dieser Mensch bis zu seinem Lebensende und traurigerweise macht er nur sich selbst das Leben schwer und verhindert sein Glück.

Gilt der Hass einem Verstorbenen oder einem nicht erreichbaren Menschen, gibt es ebenso Möglichkeiten zum Verzeihen.
Grundsätzlich bedeutet Verzeihen nicht, ein bestimmtes Verhalten zu entschuldigen.
Verständlicherweise gibt es schmerzhaft Erlebtes, was so ungeheuerlich erscheint, dass wir den oder die betreffenden Menschen niemals verzeihen können.
Aber damit schaden sie uns heute noch und zerstören weiterhin unser Leben.
Vielleicht ist es dem betreffenden Menschen egal ob wir ihn hassen und somit wird sich nicht einmal ein Gefühl der Genugtuung einstellen.
Diese „gebundene“ Energie fehlt uns und das Festhalten von Wut und Schmerz schwächt unseren Körper und unseren Geist.
Es verhindert schöne und freie Beziehungen, wenn der Schmerz immer wieder reproduziert wird.

Es wäre ein guter Anfang, erst einmal die Einsicht und den Wunsch zu haben, den Hass loszulassen und nicht mehr daran leiden zu wollen.
Manchmal hilft es, alles was geschehen war, aufzuschreiben, was sehr entlastend wirken kann.
Sich Fragen zu stellen wie:
– Hält mich mein Stolz davon ab zu verzeihen?
– Sehe ich es als Schwäche?

Zu Verzeihen hat nichts mit Schwäche zu tun, eher ist es eine Stärke, dies zu tun.
Selbst wenn wir im Recht sind oder waren, können wir nichts mehr ändern, wir leiden nur.
Wir verzeihen, um uns selbst Gutes zu tun.
Oftmals ist es nötig, Trauer in uns zuzulassen über das, was nicht mehr rückgängig zu machen ist, das was uns als Kind angetan wurde.
Das wir als Kind mit unserem Kummer, Leid und Schmerz nicht gesehen wurden.
Das Ängste uns quälten und entzogene Liebe für uns das Ende bedeute.
Dieses und vieles mehr hat zum Hass geführt, aber darf uns jetzt nicht mehr weiter das Leben zerstören.
Viele Rechnungen sind sicherlich noch offen, aber jetzt ist die Zeit, daraus auszusteigen.
Wir kennen die Wahrheit, wir benennen schonungslos was uns geschehen ist und lassen es los – tun es für uns selbst!